das krankhafte Bedürfnis zu ertrinken

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„das krankhafte Bedürfnis zu ertrinken“ befasst sich mit dem Thema Schlaflosigkeit, Funktions Gesellschaft, Funktions Sucht und der Verweigerung zu Funktionieren.
Diplomarbeit an der Akademie der bildenden Künste in der Klasse für Kontextuelle Malerei bei Hans Scheirl. Die Performance wurde im Juni 2013 live vor der Kommission Uraufgeführt.  Die Arbeit besteht aus zwei Objekten (Restless Bed, das Waschbecken) einem Großformatigen Bild (Nuit Blanch), (die zu einer mit Licht untermalten Raum Installation zusammen gefügt werden) einem Text und einer Performance. Bei der Performance wird der Text vom Künstler gesprochen dabei fungieren die Objekte als Tools und Rahmen Bedingungen für die Performance im Finale „ertränkt“ sich der Künstler im Waschbecken und wartet bis sein Kopf komplett von dem mit Tusche vermischten Wasser bedeckt ist.
Auszug aus dem Konzept Text zur Diplomarbeit
Franz Kafka verzeichnete in seinem Tagebuch „nicht zu schlafen heißt sich selbst zu verhören“. Auch ich habe es in der Schlaflosigkeit erlebt, dass man einen Dialog mit sich selbst führt, der nicht aufhört bis man einschläft und an dieser Stelle kommt der Text ins Spiel. Es sind Gedanken die mich öfters besuchten wenn ich aus verschiedenen Gründen nicht schlafen konnte. Wir sind eine erfolgs- und funktionsorientierte Gesellschaft. Man hat ein schlechtes Gewissen wenn man am Tag einschläft und putscht sich auf, um ja nichts zu verpassen. Manchmal scheint alles in den Wahnsinn abzugleiten in einen seltsamen Zwischenzustand der Schlaflosigkeit. In diesem Moment scheint es mir, zu ertrinken in dem Meer des Unterbewussten ist die einzige richtige Lösung, um dem von der Gesellschaft in mein Bewusstsein eingebrannten Funktionszwang zu entkommen.
Suche Realismus, doch nicht, Suche… Die Realität ist da, ist allgegenwärtig, sie spuckt mir von glatten Oberflächen in die Seelen Suppe und dreht das Feuer auf damit es schön köchelt brodelt... Sie lässt mich nicht schlafen, nicht entgleiten und sollte ich es schaffen mich in den Traum zu flüchten so quält sie mich beim aufwachen mit der verlorenen Zeit, dem verschlafenen Leben, das so schrecklich teuer ist. Den mein Leben kostet viele Menschenleben, was für ein Druck, was für eine Verantwortung für den Preis den nicht ich gezahlt habe das Beste aus diesem teuren Leben zu machen, sollte ich scheitern werden die Zahlen den mich früher oder später steinigen… ZU RECHT und mein Gewissen wird es mir nicht erlauben mich zu wehren. Sagst du jetzt, aber wenn es um die Wurst geht wirst du: Augäpfel ausdrücken, Kehlen durchnagen und Köpfe zerstampfen sowie die Zahlenden jetzt gerade, zu Recht…, zu Rechts, zu Links, zu Mitte…, bum zu ich kann nicht schlafen. Ich habe Durst obwohl ich ständig das frischeste Wasser Trinke und fließen lasse, es ist ein Gemisch aus Durst und Atemnot, es ist das krankhafte Bedürfnis zu ertrinken. Zurecht den Polster rückend graben sich meine Finger in diesen weichen leblosen Körper. Diese Leere trotz aller Fülle und Vollkommenheit. Der Polster. Die Rückseite ist kühl frisch als hätte ich gerade eben einen neuen Gekauft. Ich kann nicht schlafen. Ich bin allein unter der Decke. Ich stehe auf taumle durch die Dunkelheit zum Spiegel beim Waschbecken. Ich starre solange in mein Abbild bis alles um mich zu verschwinden beginnt und nur mehr mein bleiches abgemagertes Gesicht übrigbleibt…, ich muss aufhören so viel zu denken denke ich, ich muss aufhören an das schlafen zu denken, vielleicht kann ich ja dann entkommen… Wieso denn entkommen…, aus dem Paradies? Ich glaube der 08-15 Traum hat sich zum realen Wahnsinn entwickelt. Was bleibt in einer genormten rechtwinkeligen Welt, als der blanke geschärfte Wahnsinn der vom Subjekt beherrschte Irrsinn. Wir sind Karnickel die ihre Haken nach perfektioniertem Bauchgefühl schreiben das der Jäger nicht vorhersehen darf bis zu unserem Waschbecken…

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